Stellensperre Lehrstuhl Beck

Entscheidung der Fachschaft Soziologie über die Verwendung von Studiengebühren für die Überbrückung der Wiederbesetzungssperre am Lehrstuhl Beck im nächsten Semester


Liebe Studierende,


wie ihr bereits wisst, verlässt uns Professor Beck zum Ende dieses Semesters. Wie bei allen staatlichen Einrichtungen bedeutet das auch an unserem Institut, dass die freiwerdende Stelle für ein halbes Jahr nicht besetzt werden darf.


Was von diesem, vermutlich aus längst vergangenen glorreichen Zeiten des Beamtentums stammenden Paragraphen zu halten ist, wollen wir hier nicht weiter ausführen, Fakt ist, er bereitet unserem Institut im nächsten Semester einige Probleme. Betroffen sind in diesem Fall nicht nur das Personal, sondern auch ihr, da sich die fehlende Professur nicht nur auf die Zahl der Hauptseminare, sondern auch auf Diplomarbeiten und –prüfungen auswirken wird.


Gemeinsam mit Frau Heindl wurde deshalb schon seit längerem überlegt, die Wiederbesetzungssperre mit Hilfe der Studiengebühren zu überbrücken um das Lehrangebot im nächsten Semester entsprechend aufrecht erhalten zu können. Die Idee kam vor allem deshalb zur Sprache, weil Reiner Keller, der bereits an unserem Institut tätig war und einigen von euch bekannt sein dürfte, für die Vertretung der Professur von Herrn Beck in Frage kam. Leider hat Herr Keller von seiner Universität keine Beurlaubung erhalten und steht daher nächstes Semester nicht zur Verfügung.


Deshalb, und nur dieses noch, dann kommen wir zum Punkt, hat sich Herr Beck selbst, wofür wir ihm sehr dankbar sind, auf die Suche nach einer eventuellen Vertretung gemacht und einen entsprechenden Kandidaten gefunden. Herr Zifunon, wäre nicht aufgrund seiner fachlichen Qualifikationen mit Sicherheit ein Gewinn für unser Institut, sondern könnte uns zudem auch für längere Zeit unter Umständen sogar länger als ein Jahr erhalten bleiben.


Soweit so gut, jetzt, zu unserem Problem und dem eigentlichen Grund, warum wir euch an dieser Stelle über unsere Entscheidung informieren wollen. Uns ist es wichtig, die generelle Ablehnung der Studierenden gegenüber den Studiengebühren zum Ausdruck zu bringen und auf die Missstände der Universitätspolitik hinzuweisen, sowie diese zu beseitigen. Wird uns bei der Verwendung der Studiengebühren ein Mitspracherecht eingeräumt, so achten wir darauf, dass diese, wenn es denn schon sein muss, ausschließlich dazu verwendet werden, die Lehre am Institut zu verbessern. Unsere Entscheidungen sollen der Meinung der Studierenden entsprechen, weshalb es uns besonders wichtig ist, diese in eurem Interesse zu fällen.


Ein angemessenes, im Falle einer Exzellenzuniversität wohl eher ausgesprochen gutes Lehrangebot zur Verfügung zu stellen, ist Aufgabe der Universitätsverwaltung und nicht der Studierenden und kommt deshalb für die Verwendung der Studiengebühren eigentlich nicht in Betracht. Wir wollen deshalb klar stellen, dass wir dies auf keinen Fall beabsichtigen. Die Widerbesetzungssperre kann auch von der Verwaltung nicht umgangen werden und war unausweichlich, wenn also nur für diese Zeit auf die Studiengebühren zurückgegriffen wird, stellen sie eine Verbesserung der Lehre dar.


Nach langer Diskussion haben wir uns deshalb für die Finanzierung der Vertretung des Lehrstuhles im nächsten Semester ausgesprochen. Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen und selbstverständlich an einige Bedingungen geknüpft.


Vor allem im Kampf gegen die Studiengebühren möchten wir diese prekäre Situation nutzen und auch Publik machen. Gemeinsam mit unseren Professoren wollen wir zudem auf das Problem der Stellensperren aufmerksam machen.


Für die Probleme der gespannten Personalsituation, zumindest was die Professoren an unserem Institut angelangt, seid ihr nicht verantwortlich, aber wir möchten auch vermeiden, dass ihr sie zu Spüren bekommt.

 

 

Gleichzeitig möchten wir aber auch nicht leichtfertig eure Studiengebühren verwenden und Probleme beseitigen, in dem wir sie „unter den Tisch kehren“. Aus diesem Grund versuchen wir nicht nur mit den Professoren und Frau Heindl zusammenzuarbeiten, sondern haben auch einen Arbeitskreis „Öffentlichkeitsarbeit“ ins Leben gerufen, der auf die Situation am Institut aufmerksam machen und einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lehre und zur Abschaffung der Studiengebühren leisten soll.

 

Wir hoffen dass diese Entscheidung in eurem Interesse war und auch ihr im nächsten Semester von Herrn Zifunons Lehrangebot profitieren werdet. Außerdem hoffen wir auf eure Unterstützung unseres Arbeitskreises und bei unseren Entscheidungen. Wir sind gespannt auf euer Feedback und würden uns freuen, wenn ihr uns mit euren Ideen zum Thema Öffentlichkeitsarbeit, sei es in Form von neuen Argumenten oder auch nützlichen Kontakten, unterstützen würdet.

 

eure Fachschaft Soziologie


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