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Finanzierung von Readern aus Studiengebühren

 

Liebe Studierende,

einige von euch haben uns in letzter Zeit darauf angesprochen, warum an unserem Institut keine Reader aus Studiengebühren finanziert werden. Wir haben dieses Thema im letzten Sommersemester diskutiert und möchten euch hier die Gründe für unsere Entscheidung kurz darlegen.

 

1.    Sinnvolle Verwendung von Studiengebühren

 

In welcher Höhe und inwieweit unsere Studiengebühren direkt für uns eingesetzt werden, liegt leider nur zu einem sehr geringen Teil in unserer Hand. Die Tatsache, dass wir, zumindest teilweise, in diese Entscheidungen miteinbezogen werden, sollten wir sinn- und verantwortungsvoll nutzen.  Grundsätzlich stimmen wir der Verwendung von Studiengebühren nur zu, wenn diese der Verbesserung der Lehre dienen.

 

 Das Finanzieren von Readern verbessert nicht die Lehrsituation an unserer Hochschule, sondern lediglich die finanzielle Lage Einzelner. Damit wäre der Zweck der Studiengebühren verfehlt.  Entschiede man aus dieser Perspektive positiv, müsste beispielsweise auch über Kopierkosten, gebührenfinanzierte Fahrkostenzuschüsse, Wohngelder für bedürftige Studenten, etc. abgestimmt werden (Was selbstverständlich nicht in den Kompetenzbereich der Fachschaft fällt). Im Moment müssen wir alle Studiengebühren bezahlen, da sich dies bisher nicht vermeiden lässt, sollten sie sich zumindest positiv auf die Lehre auswirken.

 

Außerdem befürchten wir, dass die Gebühren hier nicht nur an der falschen Stelle verwendet, sondern sogar in einem nicht vertretbaren Maße verschwendet wären.

 

Die meisten Studenten besuchen zu Beginn des Semesters mehrere Kurse, bevor sie sich festlegen (Dies trifft natürlich vor allem auf Diplomstudenten zu). Wie ihr alle wisst, unterscheidet sich euer tatsächlicher Stundenplan jedoch bereits zwei bis drei Wochen nach Semesterbeginn erheblich von dem, den ihr eigentlich geplant hattet. Unsere Studiengebühren in Reader zu investieren, die entweder nicht abgeholt oder am Ende ungelesen in den Bücherregalen einzelner Studenten verschwinden, wäre verantwortungslos.

 

Eure Studiengebühren würden also nicht nur an der falschen Stelle, sondern zudem noch zu einem nicht unerheblichen Teil buchstäblich sogar im Müll landen.

 

2.    Faire Verteilung der Studiengebühren

 

Die Zahlung der Gebühren ist für alle Studenten verbindlich, deshalb sollte bei der Verwendung auch darauf geachtet werden, dass diese in gleichem Maße davon profitieren. Bei der Finanzierung der Reader würden wir hier aus verschiedenen Gründen Ungleichheiten produzieren.

 

Zunächst ginge aufgrund der überdurchschnittlich hohen Zahl an Nebenfächlern im Fach Soziologie, ein nicht unerheblicher Teil der Gebühren, die unserem Institut direkt zufließen (welcher aufgrund der Anzahl der Hauptfachstudenten ohnehin nicht besonders groß ist), an Studierende anderer Fachrichtungen. 

 

Finanzielle Mittel, die also direkt für die Studenten der Soziologie bestimmt sind, würden damit, wenn man sich beispielsweise die Einführungsveranstaltung von Professor Nassehi, in der das Verhältnis Haupt- und Nebenfachstudent vorsichtig geschätzt bei 1 : 3 wahrscheinlich eher  höher liegt, indirekt anderen Instituten zugute kommen.

 

Außerdem muss berücksichtigt werden, dass Studenten höherer Semester tendenziell eher weniger Reader kaufen müssen. Diesen würden die Gelder daher ebenfalls weniger nützen, als beispielsweise Studienanfängern.

 

Ein weiteres Problem ergibt sich bei den Lektürekursen. Die verwendeten Bücher sind in der Regel teurer als ein Reader, in diesem Fall dürfte jedoch die Finanzierung derselben nicht einfach abgelehnt werden.

 

Dies sind nur drei Beispiele dafür, wie viele Erwägungen bei der Finanzierung zu berücksichtigen wären und bei denen wir vermutlich alle „an unsere Grenzen stoßen würden.“

Eine faire und gleichmäßige Verteilung auf die Studenten kann bei der Readerfinanzierung in keinem Fall gewährleistet werden. Deshalb müssen wir uns auch aus diesem Grund negativ gegenüberderselben positionieren.

 

3.    Politische Konsequenzen

 

Letzter und wichtigster Grund ist, dass jede Verwendung von Studiengebühren diese indirekt legitimiert. Die beabsichtigte Abschaffung oder Senkung wird damit nicht einfacher. 

 

Vor allem bei einem so langfristigen Projekt, würden wir Argumente liefern, welche die Erhebung von Gebühren notwendig erscheinen ließen. Eine gewährleistete Finanzierung lässt sich nicht einfach Rückgängig machen.

 

Deswegen macht euch bitte bewusst, für 500 Euro pro Semester, erhaltet ihr durch die Reader zwar indirekt einen kleinen Betrag davon zurück, dieser würde jedoch gar nicht so sehr ins Gewicht fallen, wenn es keine Studiengebühren gäbe. Wir müssen in diesem Punkt konsequent bleiben, da wir die Studiengebühren nicht umgehen, sondern abschaffen möchten. Dass deren Erhebung argumentativ in keinem Fall gerechtfertigt werden kann, haben wir Studenten inzwischen eindeutig bewiesen.

 

Wie alle Entscheidungen bezüglich der Studiengebühren, ist uns auch diese nicht leichtgefallen und wurde mehrmals ausführlich diskutiert. Wir hoffen jedoch, dass ihr diese nachvollziehen könnt. Weitere Anregungen, Meinungen, Einwände und Sonstiges könnt ihr uns gerne direkt mitteilen oder im Forum diskutieren.

 
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